Sie haben eine Website, aber es kommen keine Anfragen – und ein Audit soll aufzeigen, woran das liegt
Die meisten Unternehmenswebsites sind ohne eine klare Vorstellung davon entstanden, was ein potenzieller Kunde in der Suche sucht. Der Entwickler lieferte eine funktionierende Seite, der Grafiker stimmte sie auf die Marke ab, aber niemand prüfte, ob die Website überhaupt die konkreten Suchanfragen beantwortet, die zu einer Anfrage führen.
Ein SEO-Audit ist eine Prüfung, die das benennt. Er sucht nicht nach Fehlern um der Fehler willen – er sucht nach den Gründen, warum die Website keine relevanten Besucher und damit auch keine Anfragen bringt. Das Ergebnis ist keine Schulnote für die Website, sondern eine geordnete Liste von Hindernissen mit einem Vorschlag, was zu tun ist.
Für ein kleines Unternehmen ist dies der erste Schritt, noch bevor es einen Cent für Optimierung oder neue Artikel ausgibt. Zuerst muss man wissen, was der Website fehlt und was Vorrang hat.
Wann sich ein Audit lohnt:
- Die Website läuft ein Jahr oder länger, aber es kommen nur minimale Besucher über die Suche.
- Nach einem Redesign ist die Besucherzahl gesunken, anstatt zu steigen.
- Die Konkurrenz wird bei Ihren wichtigsten Suchanfragen deutlich höher angezeigt.
- Sie planen, die Website zu erweitern und wissen nicht, worauf Sie aufbauen sollen.
- Sie benötigen eine Grundlage für die Entscheidung, ob Sie überhaupt in SEO investieren sollten und wie viel.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Der Preis für einen Audit wird durch drei Dinge bestimmt: wie viele Bereiche überprüft werden, wie groß die Website ist und wie detailliert das Ergebnis sein soll. Bei der Angebotsanfrage stoßen Sie auf eine ungefähre Spanne von etwa 200 bis 1.200 € netto. Die meisten Audits für Websites kleiner Unternehmen mit bis zu 100 Seiten liegen zwischen 300 und 700 €.
Am oberen Ende finden sich Audits mit einem strategischen Teil – Marktanalyse, Keyword-Analyse der Konkurrenz und Vorschlag einer Website-Struktur. Das untere Ende bedeutet oft einen automatischen Export aus einem Tool ohne menschliche Interpretation. Und genau dieser Unterschied entscheidet, ob Sie für den Audit sinnvoll bezahlen oder unnötig.
Was den Preis erhöht:
- Anzahl der Seiten – ein E-Shop mit 500 Produkten wird anders kalkuliert als eine Website mit fünfzehn Serviceseiten.
- Tiefe der technischen Analyse – ein einfacher Crawl findet fehlende Titel und defekte Links; eine tiefgehende Prüfung befasst sich auch mit Geschwindigkeit, strukturierten Daten und Indexierungseinstellungen.
- Inhaltlicher Teil – von der Duplikatsprüfung bis zur Beurteilung, ob der Inhalt überhaupt auf Suchanfragen abzielt, nach denen jemand sucht.
- Format des Ergebnisses – PDF mit Kommentar oder eine Aufgabentabelle, die zur Übergabe an den Entwickler und Texter bereit ist.
Wie viel dann die eigentliche Optimierung und laufende Betreuung kostet, haben wir im Artikel Was kostet SEO für ein kleines Unternehmen erläutert.
Was der technische Teil überprüft
Der technische Teil überprüft eine Sache: ob die Suchmaschine die Website überhaupt laden, indexieren und als vertrauenswürdig bewerten kann. Er gliedert sich üblicherweise in drei Bereiche.
Zugänglichkeit und Indexierung
- Die robots.txt-Datei – ob sie nicht versehentlich wichtige Teile der Website blockiert.
- Gültiges SSL-Zertifikat und Betrieb über HTTPS.
- Vorhandensein und Korrektheit der XML-Sitemap.
- Kanonische URLs, die die Entstehung von Duplikaten verhindern.
- Fehlerseiten (404), Weiterleitungen und deren Ketten.
- Umgang mit URL-Parametern bei Filtern und Seitennummerierung.
Geschwindigkeit und technischer Zustand
- Core Web Vitals – Metriken für Geschwindigkeit und Stabilität, die Google als eines der Rankingsignale verwendet.
- Größe und Komprimierung von Bildern.
- Verhalten auf dem Handy, wo heute die meisten Suchanfragen stattfinden.
- Blockierendes oder unnötiges JavaScript.
Struktur und interne Verlinkung
- Wie tief wichtige Seiten verschachtelt sind (wie viele Klicks von der Startseite entfernt).
- Verwaiste Seiten, auf die kein einziger interner Link führt.
- Wohin interne Links zeigen – ob wirklich wichtige Seiten die Linkpower erhalten.
- Überschriftenhierarchie und eventuelle mehrfache H1.
Ein gutes Ergebnis des technischen Teils ist nach Schweregrad geordnet: zuerst kritische Fehler, die die Indexierung blockieren, dann mittlere Prioritäten, die die Bewertung beeinflussen, schließlich Kleinigkeiten ohne direkte Auswirkung.
Was der inhaltliche Teil überprüft
Eine technisch einwandfreie Website bringt allein noch keine Anfragen. Der inhaltliche Teil befasst sich daher mit der Frage, ob die Website über das spricht, was die Leute suchen, und ob sie ihnen einen Grund gibt, den nächsten Schritt zu tun.
Keywords und Themen
- Bei welchen Suchanfragen die Website bereits angezeigt wird und auf welchen Positionen.
- Welche relevanten Suchanfragen ihr völlig fehlen.
- Worauf die Konkurrenz abzielt, die höher angezeigt wird.
- Verhältnis von informierenden, vergleichenden und nachfrageorientierten Suchanfragen im Inhalt.
Qualität des bestehenden Inhalts
- Doppelte oder zu dünne Seiten mit nur wenigen Textzeilen.
- Titel und Meta-Beschreibungen – ob sie vorhanden, sinnvoll und zur Klickmotivation geeignet sind.
- Ob die Seite wirklich die Frage beantwortet, die sie im Titel verspricht.
- Veraltete Angaben, ungültige Links, fehlendes Datum.
Weg zur Anfrage
- Ob die Serviceseiten eine klare Handlungsaufforderung haben.
- Ob es separate Seiten für konkrete Dienstleistungen gibt, nicht nur eine allgemeine Auflistung.
- Wohin Links aus Artikeln führen – ob zur entsprechenden Dienstleistung oder willkürlich.
- Ob es auf der Website FAQs gibt, die reale Suchfragen beantworten.
Wie man erkennt, auf welche Themen es sich überhaupt lohnt, den Inhalt zu stützen, erläutern wir im Artikel Wie man Themen erkennt, nach denen Kunden suchen.
Qualitäts-Audit vs. Tool-Export
Ein Teil der Agenturen und Freelancer verkauft als „Audit” einen Export aus Ahrefs, Screaming Frog oder Sitebulb mit minimaler eigener Arbeit. Den Unterschied erkennen Sie an mehreren Merkmalen.
| Merkmal eines Qualitäts-Audits | Warnsignal |
|---|---|
| Jeder Befund erklärt, warum das Problem speziell für Ihre Website besteht | Befunde sind allgemeine Lehrsätze („Der Title-Tag ist wichtig für SEO”) |
| Empfehlungen sind nach geschäftlicher Auswirkung geordnet | Das Ergebnis ist nur nach URL oder Fehlertyp sortiert |
| Enthält konkrete Vorschläge – neue Titel, Struktur, Themen | Stellt nur fest: „Optimieren Sie die Meta-Description” |
| Beinhaltet eine manuelle Kontrolle der Schlüsselseiten | Alle Daten stammen ausschließlich aus einem automatischen Crawl |
| Berücksichtigt Branche, Wettbewerb und Unternehmensart | Dieselbe Vorlage für einen Bekleidungs-E-Shop wie für ein Bauunternehmen |
Einen Qualitäts-Audit erkennt man auf den ersten Blick. Es ist kein PDF mit roten Kreuzchen bei Fehlern, sondern ein Dokument, nach dem man ohne weitere Rückfragen mit der Arbeit beginnen kann.
Was Sie von einem Audit erwarten können – und was nicht
Ein Audit ist keine Optimierung. Er ist eine Diagnose. Wenn Sie ihn kaufen, erhalten Sie:
- eine genaue Beschreibung des aktuellen Zustands der Website,
- eine Liste der Probleme, geordnet nach Priorität und geschätztem Aufwand der Behebung,
- eine konkrete Aufgabenstellung für den Entwickler oder Texter (was zu korrigieren, was zu schreiben ist),
- eine Grundlage für die Entscheidung, ob und wie in SEO investiert werden soll.
Was Sie von einem Audit nicht erwarten können:
- eine Garantie für bessere Positionen oder höhere Besucherzahlen,
- eine sofortige Wirkung – ein Audit ist der Input, Änderungen zeigen sich im Abstand von Wochen bis Monaten,
- eine fertige Optimierung; diese muss separat, auf Basis des Audits, durchgeführt werden.
Ein vernünftiges Ergebnis ermöglicht es dem Unternehmen zu entscheiden, was es selbst erledigen kann und was es extern vergibt. Kleinere technische Korrekturen erledigt der Webmaster oft an einem Nachmittag. Inhaltliche Lücken bedeuten in der Regel eine längere Zusammenarbeit.
Wonach Sie Angebote vergleichen sollten
Achten Sie bei der Angebotsanfrage auf fünf Dinge:
- Beispiel eines Ergebnisses – ein seriöser Anbieter sendet ein anonymisiertes Beispiel eines fertigen Audits. Daran erkennen Sie Tiefe und Verständlichkeit besser als an Referenzen.
- Zeitaufwand – ein Audit einer Website mit fünfzig Seiten ist in zwei Stunden nicht in guter Qualität zu schaffen. Realistisch geht es um etwa 8 bis 20 Stunden Arbeit inklusive manueller Kontrolle.
- Umfang – das Angebot muss klar sagen, wie viele Seiten es umfasst und was darüber hinausgeht (E-Shop-Filter, Blog, Sprachversionen).
- Erfahrung mit der Branche – ein Vorteil, keine Bedingung. Die SEO-Prinzipien sind universell, aber ein Auditor aus Ihrem Segment erkennt schneller, welcher Inhalt funktioniert.
- Unabhängigkeit – Vorsicht bei kostenlosen Audits oder solchen, die weit unter dem Preis liegen. Sie dienen oft als Verkaufsinstrument und ihr Fazit lautet: „Sie brauchen unsere komplette Betreuung für eine monatliche Pauschale.”
Was Audits auf kleinen Websites am häufigsten finden
Aus der Praxis wiederholen sich einige Muster:
- Es fehlen Seiten für einzelne Dienstleistungen. Die Website hat eine Seite „Leistungen” mit einer Aufzählung, statt einer separaten Seite für jede Dienstleistung, die eine konkrete Suchanfrage beantworten würde.
- Der Blog besteht aus zufälligen Themen. Die Artikel entstanden planlos, es wird über Neuigkeiten aus der Branche geschrieben statt über das, was der Kunde vor der Bestellung beschäftigt.
- Das technische Fundament bremst die gesamte Website aus. Langsames Laden auf dem Handy, fehlendes HTTPS, falsch eingestellte Indexierung. Die Behebung ist dabei oft schnell gemacht und bringt den schnellsten Effekt.
- Interne Links fehlen oder führen in die Irre. Artikel verlinken nach außen, nicht auf die eigenen Serviceseiten. Die Verbindung des Inhalts mit dem, was das Unternehmen verkauft, fehlt.
Das ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Und genau deshalb ist ein Audit sinnvoll – er zeigt, dass das Problem oft nicht im Werbebudget liegt, sondern in den Grundlagen, die sich schnell und kostengünstig beheben lassen.
Wie es nach dem Audit weitergeht
Ein Audit allein verändert keine Positionen. Er ist eine Karte, nicht der Weg. Nach seinem Abschluss sind drei Schritte sinnvoll:
- Sofortige technische Korrekturen – kritische Fehler, die die Indexierung blockieren oder Besucher stören (404, langsames Laden, fehlendes SSL). Typische Arbeit für den Webmaster für ein paar Stunden.
- Plan für inhaltliche Anpassungen – anhand der Keyword-Analyse eine Themenliste zusammenstellen und nach geschäftlichem Potenzial ordnen, statt alles auf einmal zu schreiben. Dazu dient der Content-Plan für 90 Tage.
- Ergänzung fehlender Kategorien – wenn der Website ganze Teile fehlen (Serviceseiten, FAQ, Fallstudien), mit einem Content-Plan anknüpfen, der schrittweise gefüllt wird.
Der schnellste Weg vom Audit zur ersten Liste von Hindernissen bietet die Erstanalyse – sie durchleuchtet Website, Preisliste und reale Anfragen und sagt, womit man anfangen sollte.


